Meist durch den Verschluss einer Hirnarterie, seltener durch eine Einblutung, kommt es beim Schlaganfall zur Zerstörung von Hirngewebe. Als Folge finden sich Lähmungen unterschiedlichen Ausmaßes, aber auch Sprachstörungen, Sensibilitäts- und Wahrnehmungsstörungen. Diese können so weit gehen, dass für den Betroffenen eine Körperseite praktisch nicht mehr existiert, er auf dieser Seite nichts mehr sehen kann.
Der so betroffene Patient muss zunächst im Akutkrankenhaus, möglichst in einer spezialisierten Abteilung, der sogenannten Stroke Unit, behandelt werden. Nach körperlicher Stabilisierung sollte möglichst rasch die zweite Phase der Behandlung, die Rehabilitation, einsetzen.
Ziel der geriatrischen Rehabilitation ist es, harmonische Bewegungs- und Handlungsabläufe wiederzuerlangen. In Europa hat sich als Behandlungsprinzip hierfür das
Bobath-Konzept
durchgesetzt. Entwickelt von einem Arzt und einer Krankengymnastin,
steht hierbei nicht die isolierte Einzelübung im Vordergrund, sondern
eine ganzheitliche Behandlung über den ganzen Tag. Dabei sind die
einzelnen Therapieformen,
Ergotherapie,
Krankengymnastik,
Physikalische Therapie aufeinander abgestimmt. Auch die Lagerung durch das
Pflegepersonal
im Krankenzimmer, die Mobilisation im Rollstuhl, selbst die Anordnung
der Möbel gehört zur Therapie. Durch Verbesserung des Spürens soll der
Boden für normale Bewegungsabläufe bereitet werden.
Parallel zu diesen Therapieformen wird, wo nötig, eine
Sprachtherapie durchgeführt. Nicht nur die Sprachproduktion, auch das Sprachverständnis ist bei Schlaganfallpatienten
oft gestört. Diese Menschen verstehen an sie gerichtete Sätze entweder
gar nicht, oder, da sich die Bedeutung der Wörter für sie geändert hat,
oft falsch. Da meist ihre Antworten zunächst auch unverständlich sind, werden derart Betroffene auch heute noch oft als nach dem Schlaganfall geistig gestört gebrandmarkt, landen in Einzelfällen sogar in psychiatrischen Kliniken.
Genau so oft wird mit Unverständnis auf Planungsstörungen reagiert. Einfache, vorher selbstverständliche Handlungsabläufe
sind nicht mehr durchführbar oder werden völlig falsch aufgebaut. Als
Beispiel sei der Versuch, mit der Zahnbürste das Haar zu kämmen,
angeführt. Hier setzt therapeutisch ein Hirnleistungs- und
Alltagstraining ein, das nach ausgiebiger Testung durch
Psychologin und
Ergotherapie durchgeführt wird. In besonderen Fällen wird auch physiotherapeutisch eine spezielle Therapie nach Affolter durchgeführt, die das sehr intensive Führen im Alltag beinhaltet.
Der
Schlaganfall ist keinesfalls als isoliertes Krankheitsbild zu
begreifen. Die Patienten leiden immer an Begleiterkrankungen
beispielsweise des Stoffwechsels, des Kreislaufs oder des Herzens.
Abgestimmt auf die sonstigen Therapien, müssen diese Krankheiten
individuell durch besonders weitergebildete
Fachärzte behandelt werden. Ziel aller Bemühungen ist das Erreichen einer größtmöglichen Selbstständigkeit
in der Alltagsbewältigung, gegebenenfalls mit individuell angepassten
Hilfsmitteln. Um dieses Ziel auch nach der stationären Behandlung zu
Hause zu sichern, werden Angehörige vom frühestmöglichen Zeitpunkt an in die Therapie eingebunden.






