Auch bei schwereren neurologischen Systemerkrankungen, etwa der Parkinson'schen Erkrankung, oder der Polyneuropathie einschließlich der autonomen Polyneuropathie erreicht die Kombination spezieller physio- und ergotherapeutischer Behandlungen und spezifischer medikamentöser Therapie eine Besserung, zumindest aber eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs.
Beim Morbus Parkinson ist die enge Abstimmung der medikamentösen Therapie und der spezialisierten
Ergotherapie und
Physiotherapie besonders wichtig. Prämissen der krankengymnastischen Behandlung sind größtmögliche
Mobilität noch vor der erreichbaren Sicherheit, bestmögliche Haltung
und bestmögliches Reaktionsvermögen und Gleichgewicht. Anwendung finden
beispielsweise spezielle Lagerungen, Schlingentisch, Traktionen,
Entspannungsübungen, Körperwahrnehmungsschulung, Übung der
automatischen Schutzreaktionen und das Erarbeiten der
Entlastungshaltung nach Brügger. Zur Schulung der Mobilität gehört die
Gangschulung, insbesondere der Rotationsgang, das Gehen nach Rhythmus
oder Musik. Daneben sind wegen der eingeschränkten Beweglichkeit der
Brustmuskulatur Atemübungen, zur Besserung der
Sprache
Behandlungen der Gesichts- und Mundbodenmuskulatur angebracht. Die
intensive Mobilisierung des Patienten hat Vorteile für die
medikamentöse Einstellung, deren Ziel ebenfalls die größtmögliche
Mobilität bei geringstmöglichen Einschränkungen ist.
Unsere Klinik hat seit ihrem Bestehen sowohl von ärztlicher wie therapeutischer Seite besonders viele Erfahrungen in der Be-
handlung des Morbus Parkinson insbesondere beim Alterspatienten gesammelt.
Die Polyneuropathie ist meist ein Symptom einer Systemerkrankung, meist einer Zuckerkrankheit. Die Grunderkrankung muss primärer ärztlicher Behandlungsansatz und Ziel der Patientenschulung sein. Zur Besserung der Nervenleitfähigkeit werden Elektrotherapie, zur Besserung der Muskelkraft und Muskelfunktion der Schlingentisch und eine Reihe von altersgerechten Fitnessgeräten angewandt. Spezielle manipulative Techniken dienen ebenfalls zur Verbesserung der Sensibilität und Motorik.





